Ökosozialistisches Bienensterben

Die heimischen Bienenvölker würden bis zum Herbst ausgestorben sein, sofern sich der Landwirtschaftsminister nicht sofort zum Verbot der Maisbeize mit den zugelassenen Wirkstoffen durchringen könnte, so tönten die Ökosozialisten aller Parteien unüberhörbar. Schenkte man diesen Stellungnahmen von Grünen, FPÖ / BZÖ zum Sterben der Bienenvölker aus dem Frühjahr dieses Jahres Glauben, kann man sich angesichts der nun vorliegenden Fakten nur verwundert die Augen reiben: denn ein halbes Jahr später melden die Imkerverbände ausgezeichnete Honigernten, ja sogar Rekordernten.

Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass die Behandlungsmethoden gegen den Maiswurzelbohrer bei sachgemäßer Durchführung eine Bedrohung des Bienenbestandes darstellen, liegt nicht vor. Trotzdem fordern die Ökosozialisten aller Parteien weiterhin penetrant ein Verbot dieser Behandlungen. Dies offenbar in völliger Verkennung der Tatsache, dass einer invasiven Art wie dem Maiswurzelbohrer niemals das Feld überlassen werden darf und in Verkennung des Umstandes, dass in weiten Teilen Österreichs der bäuerliche Wohlstand am Maisanbau und der angeschlossenen Veredelungswirtschaft fußt. Ob es den Kritikern gegen die entsprechenden gut erforschten Insektizide nur um politisches Kleingeld im Kampf gegen den Landwirtschaftsminister geht, ob es eine tief verwurzelte Industriefeindlichkeit oder am Ende gar um die Förderung der letztlich einzig verbleibenden Alternative, nämlich den Anbau transgener Maissorten geht, ist in diesem Zusammenhang nebensächlich.

Der Maiswurzelbohrer, in den USA auch „Billion Dollar Bug“ genannt, richtet jährlich Schäden in Milliardenhöhe an und breitet sich unaufhaltsam aus, wenn seine Verbreitung nicht durch den Einsatz chemischer Mittel unterbunden wird. Die „Fruchtfolge“ also das Aussetzen des Maisanbaues für mindestens drei Jahre ist keine praktikable Lösung für die betroffenen Gebiete in Österreich. Den Anbau von transgenem Mais lehnen nicht nur die Imker ab, um das Lebensmittel Honig für den Markt nicht zu entwerten - aus guten Gründen lehnt auch die Mehrheit des Volkes gentechnisch veränderten Mais entschieden ab!

Das schnell geforderte Verbot der Maisbeize zur Lösung aller Probleme kommt nicht in Frage. Die Forderung danach ist von politischer und ökonomischer Kurzsichtigkeit geprägt. Neben Schulung der Landwirte im Umgang mit und in der Ausbringung von behandeltem Saatgut – die in Österreich bereits mit Erfolg betrieben wird – ist auch die Förderung der Bienengesundheit nötig. Konsequente Kontrolle der Bienenvölker und ein Behandlungsplan vor allem zur Bekämpfung der gefährlichen Varroa-Milbe sind gefordert – der Staat hält sich einen Apparat von Amtstierärzten, was hindert ihn, einzuschreiten?

Ökosozialistisches Bienensterben hat mit der Realität nichts zu tun. Eine Rekord-Honigernte straft die billigen Panikmacher Lügen. Und angebliche Rechtsparteien - die sich vor den grünen Karren eines industrie- und landwirtschaftsfeindlichen Ökosozialismus spannen lassen - sind jedenfalls entbehrlich.